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Ist 2026 wirklich das Jahr des “Luxury Hangover“? Insights von Dr. Achim Berg

Auf dem ECD Premium II in Mailand haben wir uns mit Dr. Achim Berg zusammengesetzt, um über die strategische Entwicklung des Luxus-E-Commerce zu sprechen. Der Markt verzeichnet derzeit eine leichte Abkühlung – geprägt von sinkenden Verkaufsvolumina, gestiegenen Preisen und einer nachlassenden Begeisterung auf Konsumentenseite. Dr. Achim Berg betont jedoch, dass dies keineswegs bedeutet, dass die „Party vorbei ist“. Es ist vielmehr die Gelegenheit für Marken, innezuhalten, ihre Authentizität zu schärfen und den Markt mit neuen, mutigen Ideen zu erobern.

Key takeaway

  • Der Abschwung auf dem Luxusmarkt zwingt Marken dazu, ihre aggressive Preispolitik der letzten Jahre zu korrigieren und zu handwerklicher Tradition sowie echter Authentizität zurückzukehren, um das Vertrauen der Konsument*innen neu aufzubauen.

  • Sich ausschließlich auf reine Direct-to-Consumer-Modelle (DTC) zu verlassen, beschränkt die Marktreichweite entlang stark fragmentierter digitaler Discovery Journeys.

  • Die Integration eines hybriden Ansatzes, der DTC und Wholesale im E-Commerce vereint, ermöglicht es Marken, über Marktplätze und digitale Luxusplattformen erfolgreich zu skalieren.

EIN BLICK AUF DIE AKTUELLE MARKTPLATZ-SITUATION AUS DER PERSPEKTIVE VON DR. ACHIM BERG

Der Luxusmarkt steht derzeit vor einer Verlangsamung. Die gestiegenen Preise schlagen sich direkt im Kaufverhalten und der Markenbindung der Kund*innen nieder.

Doch was wie ein Warnsignal wirkt, ist in Wahrheit grünes Licht für Innovation, Erneuerung und strategische Partnerschaften. In unserem Interview direkt vom ECD Premium II in Mailand hatten wir die Ehre, mit Dr. Achim Berg, Gründer und Managing Director von FashionSIGHTS, darüber zu sprechen, wie Marken diesen veränderten Markt erfolgreich navigieren.

 

Schau dir das gesamte Interview hier an:

3 lessons von Dr. Achim Berg

1. Wie können Luxusmarken das Vertrauen der Konsument*innen in dieser Marktphase wieder aufbauen?

Luxusmarken müssen die jüngsten Preisübertreibungen korrigieren und den Fokus wieder auf handwerkliches Erbe und den tatsächlichen Produktwert legen. Dieser strategische Schwenk ist die direkte Antwort auf spürbare Veränderungen im Kaufverhalten: Aktuelle Daten der Agentur IDHL zeigen, dass 41% der Luxuskäufer*innen ihre Ausgaben explizit aufgrund aggressiver Preiserhöhungen reduziert haben. Da die Preisentwicklung den wahrgenommenen Kundenwert überholt hat, erlebt die Branche einen vorübergehenden Rückgang der Markenbegeisterung – ein Phänomen, das Dr. Achim Berg als „Luxus-Kater“ (Luxury Hangover) bezeichnet. Statt kurzfristigen Volumenzielen nachzujagen, sollten Marken diese Marktpause nutzen, um wieder in die emotionalen Kernwerte und außergewöhnlichen Erlebnisse zu investieren, die echten Luxus ausmachen.

2. Warum müssen Luxusmarken vom reinen DTC-Traum zu einem Multi-Channel-Ansatz übergehen?

Ein reines DTC-Modell beschränkt die Reichweite entlang fragmentierter Customer Discovery Journeys stark und unterstreicht die Dringlichkeit einer hybriden Vertriebsarchitektur. Die vollständige Kontrolle über alle Kanäle ist zwar der Traum vieler Marken. Doch in einem stark vom Wholesale geprägten Markt zeigt die Praxis: Wer sich ausschließlich auf eigene DTC-Kanäle verlässt, hat es extrem schwer, eine Marke über verschiedene Märkte hinweg aufzubauen. Dr. Achim Berg betont daher, dass die optimale Lösung in der Kombination aus eigenen DTC-Kanälen, Wholesale-Partnern (Retail und E-Commerce) und Marktplatz-Plattformen liegt. Dieser Multi-Channel-Ansatz ermöglicht es Marken, die Bindung zur bestehenden Kundschaft zu stärken und gleichzeitig neue Märkte zu erschließen – ohne dabei ihre Markenwerte zu verwässern.

3. Warum ist Kuratierung der entscheidende Schlüssel?

Die Verbindung von DTC und Wholesale ermöglicht es einer Marke, Teil eines Ökosystems aus sich ergänzenden Labels zu werden. So entsteht genau die gezielte Kuratierung, die moderne, lifestyle-orientierte Konsument*innen suchen. Die Möglichkeit, verschiedene Stile zu kombinieren, verwandelt Händlerumgebungen von reinen Verkaufsflächen („Points of Sale“) in einflussreiche Orientierungspunkte („Points of View“), die von jungen Zielgruppen zur Inspiration genutzt werden. Die Frage lautet daher nicht ob eine Marke über verschiedene Kanäle verkaufen sollte, sondern welche Produkte auf welchem Kanal platziert werden. Durch diese Synergie verlieren Luxuslabels nicht ihre Identität – sie verankern sich stattdessen fest im Lifestyle ihrer Kund*innen und verwandeln strategische Präsenz in echte Markenentdeckung.

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